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Warum gibt es uns?

Der erste Kontakt zu ANAA Madrid erfolgte bereits im Jahr 2005. Durch die Aufnahme eines Pflegehundes sowie der Adoption einer behinderten Katze gab es einige Mailaustausche, die dann internsiver wurden. Da ich mich  immer speziell der behinderten, alten oder kranken Katzen annehme, konnte ich meine Augen nicht vor dem Elend der Katzen dort verschließen, die bedingt durch körperliche Defekte rein gar keine Vermittlungschancen in Spanien gehabt hätten. So kam mein Angebot, für ANAA zu versuchen, solchen Katzen in Deutschland ein Zuhause zu sichern. Ab und zu bekam ich dann eine Anfrage, ob es für diese oder jene Katze die Chance gäbe, ein Heim zu finden. So manche behinderte Katze fand so ein liebevolles Zuhause in Deutschland, Tiere, deren Vermittlung in Spanien undenkbar gewesen wäre.

Im Jahre 2007 kam dann der Hilferuf "Wir haben über 130 Katzenbabies, kannst Du bitte versuchen, auch für diese jemanden zu finden?" 14 Tage vor meinem Sommerurlaub, zwar mit Kontakten zu anderen Tierschützern, aber ohne Ahnung, wer wohl ein Katzenkind in Pflege nehmen könnte, sagte ich verhalten zu, es zumindest versuchen zu wollen. Und ich kann nur den Hut vor meinen Tierschutzkolleginnen ziehen, ich schrieb einige an und bekam Namen und Adressen von deren Pflegestellen, die Platz hatten und nicht mehr überprüft werden mußten. Ganz uneigennützig boten sie Hilfe an. Auch Katja Kämper bot sich an, und auf Grund ihrer sehr guten Englischkenntnisse managte sie dann in meiner Abwesenheit alles, um einige Tiere nach Deutschland zu bekommen. Zeitgleich setzte ich über einen anderen Tierschutzverein, der immer mit Veröffentlichen der Vermittlungsanzeigen half, einige Rassekatzen online, von denen ich nicht glauben konnte, dass sie hier kein Zuhause finden. Und sie fanden alle eines und auch viele Katzenkinder..... der Stein war ins Rollen gekommen.

Ich kam glücklich aus meinem Urlaub zurück, mit dem Wissen, dass alles gut geklappt hatte, dank dieser tollen Truppe, die alles Menschenmögliche gemacht hatte, alle Katzen von A nach B zu bekommen und auch weite Strecken dafür gefahren ist.

Erleichtert, alles überstanden zu haben, wollte ich mich entspannt wieder "meinen" Handicapchen widmen, als dann von Katja der Spruch kam "Mir hat das Freude gemacht und würde das auch wieder machen"... und so kam uns der Gedanke, das als Team anzuleiern. Auf Anfrage wollten auch einige von den anderen weiter mitmachen und so haben wir wirklich eine Lawine losgetreten. Seit Juli 2007 bemühen wir uns nun, für alle Katzen der Organisation ANAA schöne Zuhause bei liebevollen Menschen zu finden. Niemals hätten wir geglaubt, wie viel Arbeit und Mühe das ist, wie oft man sich sogar mit seinen Freunden dann streitet aus Nichtigkeiten heraus, wie wenig Privatleben übrig bleibt und wie oft man trotz aller Erfolge traurig und niedergeschlagen ist. Aber jedes einzelne Foto einer glücklich vermittelten Katze zeigt uns, wir sind auf dem richtigen Weg, wir müssen weiter machen, wir können unsere Spanier nie wieder hängen lassen. Es ist eine Frage des Gewissens.

Infos zu den spanischen Tierschützern, die alles in ihrer Macht stehende tun, so vielen Tieren wie möglich zu helfen, die sie aufnehmen, pflegen, tierärztlich betreuen lassen, die viel mehr Kraft für ihre täglichen Aufgaben brauchen als wir, die das Elend jeden Tag neu sehen und damit auch oftmals an ihre Grenzen stoßen, finden Sie hier:  www.anaaweb.org. Wir selber verstehen uns als deutsche Kooperationspartner in Bezug auf Katzenvermittlung für die Organisation ANAA aus Madrid. Auf der Homepage finden Sie alle Infos, von wo unsere Katzen kommen, was man dort auf die Beine stellt und was dringend benötigt wird. Unter Kontakt finden Sie unsere deutsche Sammelstelle, von wo aus alle Hilfsmittel und Spenden ihren Weg nach Spanien antreten.

Nun kommt vielleicht die Frage, warum Katzen aus Spanien? Dazu möchte ich eigentlich gar nicht viel schreiben.... jeder von uns, der ANAA hilft, kümmert sich auch in Deutschland um Katzen und auch andere Tiere im Rahmen seiner Möglichkeiten. Aber im Tierschutz gibt es keine Grenzen und manchmal ist es eben Schicksal, dass man genau da "landet", wo man sieht, dass man helfen kann. ANAA Madrid hatte vorher niemanden, der sich hier für die Katzen eingesetzt hat, und so mussten viele dort auf der Straße sterben, weil so gut wie niemand in Spanien eine erwachsene Katze aus dem Tierheim adoptieren will. Unter unserer Rubrik Regenbogen sind diejenigen, über die man in Spanien hinweg geschaut hat, diejenigen, denen kein schönes Leben mehr beschert war, diejenigen, die einfach mit vorbestimmten Schicksal auf der Straße geboren wurden oder einfach dorthin ausgesetzt wurden, weil sie lästig wurden.

Dort findet man auch unsere Romanita, die in Spanien lebendig begraben wurde, sie wurde gerettet und kam nach Deutschland. Lange suchte sie als absolutes Einzeltier, welches schwerst herzkrank war, ein liebevollen Zuhause. Sie fand es und nach nur 4 Monaten ist sie verstorben. Will man bei diesem Schicksal darüber diskutieren, ob sich der Weg für Romanita gelohnt hat? Wer hat sie lebendig begraben, wer hat ihr einen so furchtbaren Tod zugedacht? Muss da nicht auch "Mensch" dann versuchen, wenigstens ein Wenig wieder gutzumachen? Aber auch die, die nicht so ein tragisches Schicksal hatten, die vielleicht einfach "nur" im Wartezimmer der Tierklinik im Kennel "vergessen" wurden, "nur" in der Box irgendwo im Park standen oder am Tierheim abgestellt wurden, auch diese alle haben Wärme und Liebe verdient.

Und das ist der Gedanke, den wir bei unserer Arbeit haben -  so vielen Katzen wie möglich genau zu diesen Dingen zu verhelfen. Trotzdem möchten wir nicht einfach nur Katzen vermitteln, sondern sehen unsere Aufgabe darin, Katzen und Menschen glücklich zu machen - und dass das ausgesuchte Tier nicht immer das passende ist, erschwert diese Aufgabe sehr. Bitte haben Sie Vertrauen, wenn wir Ihnen sagen, dass das erwählte Tier nicht geeiegnet ist, wir machen das nicht aus Gutdünken, sondern weil wir oftmals vor großen Problemen stehen, wenn die direkt vermittelten Katzen plötzlich wieder weg sollen..... wer soll sie aufnehmen? Wir sind nur eine handvoll Leute und können nicht immer sofort einen Notfallplatz vorweisen. Darum - wenn wir meinen, Katze - Mensch - Umfeld passen nicht zueinander, lassen Sie sich bitte beraten und seien Sie nicht verärgert, unsere Rückläuferquote ist sehr gering und darauf sind wir stolz, da es uns beweist, wir sind auf dem richtigen Wege.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf unseren Seiten den geeigneten Partner (oder auch die, ja, es gibt Haushalte, da tummeln sich schon 3 unserer Katzen auf einmal) finden. Sollte nicht die entsprechende Katze dabei sein, fragen Sie ruhig nach, nicht alle Katzen sind sofort online, eben weil manches noch gecheckt werden muß.... Verträglichkeit, Vorlieben, Gesundheit.

 

Kerstin Ridder


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