Vermittlungsgrundsätze und Ablauf
Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, wie genau er sich das Zuhause für eine bestimmte Katze vorstellt. Allerdings gibt es Punkte, die für uns alle gleich wichtig sind und die wir unsere Vermitltungsgrundsätze nennen.
- Katzenbabies werden grundsätzlich nicht als Einzeltiere vermittelt
- soziale Katzen sollen nur mit Katzengesellschaft vermittelt werden (also zu bereits vorhandenen Katzen oder als Paar)
- wir vermitteln unsere Katzen immer ausschließlich nach einem Vorbesuch.
Davor braucht aber niemand Angst haben .... wir kommen weder mit einem weißen Handschuh und schauen, ob irgendwo Staub liegt, noch gibt es einen Fragebogen mit peinlichen Fragen, den wir abarbeiten. Wir können nicht immer überall selber kommen und fragen so bei anderen Tierschützern nach. Es geht einfach, nach bereits vorher in Gesprächen abgeklärten Punkten, darum, sich einen persönlichen Überblick zu verschaffen und "Mensch" kennen zu lernen. Zu sehen, wie das neue Zuhause für die Katze ist und, ganz wichtig, falls es sich um einen Freigängerplatz handelt, das wohnliche Umfeld anzuschauen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir unsere Katzen, die oftmals schon viel mitgemacht haben, nicht als Freigänger vermitteln, wenn in der Nachbarschaft Katzenhasser wohnen, eine befahrene Hauptstrasse direkt vor der Haustür ist oder aber das Zuhause mitten in der Innenstadt liegt. Dafür investieren wir nicht Liebe, Geduld und letztlich viel Geld, um unsere Katzen dann einem vorbestimmten Schicksal zu überlassen.
- keine Vermittlung von Katzen in Wohnungen mit ungesichertem Balkon.
2007 hatten wir 5 Anfragen von Menschen, bei denen Katzen zu Tode gestürzt waren, von Dächern, Balkons, Fensterbänken und in einem Fall aus dem 4. Stock eines Treppenhauses durch das Geländer hindurch. Unglücksfälle gibt es immer, man ist niemals sicher vor so etwas, aber es gibt eben Dinge, die man schon im Vorfeld vermeiden kann. Bitte sehen Sie von Anfragen ab, wenn Sie einen ungesicherten Balkon haben, Ihre Katzen diesen nutzen dürfen und Sie der Meinung sind "die springt da nicht runter, die schaut nur".... bis dann das erste mal zum greifen nahe ein Vogel oder Schmetterling vorbei fliegt. Selbst wenn eine Katze solch einen Sturz überlebt, kann sie in Panik davon rennen - unter Umständen direkt vor das nächste Auto oder unauffindbar verschwunden sein. In einem Falle war es so, dass die Bakontür vom Wind zugeschlagen war und die Katze versuchte, durch das daneben liegende Kippfenster wieder zurück in die sichere Wohnung zu kommen...... von dieser Fensterbank stürzte sie dann zu Tode.
Abgesehen von diesen unseren eigenen Vermittlungsrichtlinien sollte es selbstverständlich sein, dass wir unsere Katzen nicht auf Ratenzahlung bei der Schutzpauschale abgeben oder gar umsonst, nach dem Motto "Seien Sie doch froh, dass Sie welche loswerden...." Wir wollen keine "los werden" und wir sind über solche Anfragen gar nicht froh. Häufig kosten diese Zeit, Geduld und Nerven, bis dann letzlich die Erkenntnis bei uns kommt, die Leute möchten eine Katze für umsonst. Daher eine kurze Zusammenfassung aller aufgelaufenen Kosten, bis eine Katze ihr endgültiges Zuhause erreicht:
| Bluttest auf FeLv und FIV: | ca. 35,00 Euro |
| Impfung, 2 x gg. Schnupfen, Seuche, FeLv und Tollwut | min. 100,00 Euro |
| Kastration | 45,00 - 120,00 Euro, je nach Geschlecht |
| Entwurmungen, Flohbehandlung | min. 20,00 Euro |
| die Kosten für den Flug | je nach Airline 5€/kg - 60,00 Euro Festplatz |
| dazu evtl. Tierarztkosten bei Schnupfen, Milben usw. |
Haben Sie nachgerechnet? Ohne Flug sind das 200,00 - 275,00 Euro für eine erwachsene kastrierte Katze, bei unkastrierten Babies sind es mindestens 155,00 Euro. Dazu kommen dann eben noch die Flugkosten sowie individuelle Behandlungskosten, die nicht dem normalen Schema entsprechen. Da müsste doch jedem klar sein, dass ein Verschenken nicht möglich ist - wer soll diese Kosten dann tragen? Über unsere Schutzpauschalen, die eben nur eine Pauschale für diesen gesamten Aufwand wie tierärztlicher Versorgung, Futter, Streu und Personalkosten sind, kann man das nicht auffangen, aber man kann wenigstens versuchen, etwas wieder an Spanien zurück zu geben. Darum - bitte keine Anfragen, wenn von vornherein klar ist, dass nichtmal das Geld für die Schutzpauschale vorhanden ist.
Und nun zu der allseits wichtigen Frage "Was kostet die Katze denn?" Dazu also nochmals: die Katze kostet GAR NICHTS sondern die angefallenen Kosten müssen irgendwie zumindest teilweise gedeckt werden:
Katzenbabies Hauskatze: je nach Impfstatus 60,00 - 70,00 Euro
Katzenbabies Rassekatzen oder Mixe je nach Impfstatus 100,00 - 110,00 Euro
Kastrierte Hauskatzen: je nach Impfstatus 100,00 - 110,00 Euro
Kastrierte Rassekatzen oder Mixe je nach Impfstatus 140,00 - 150,00 Euro
Bei den Handycapchen wird je nach Katze individuell entschieden.
In allen Fällen kommt dazu eine Gebühr für die Boxen: entweder 15,00 Euro Boxenpfand, dann wird eine gebrauchte Box verwendet, die 14 Tage nach Erhalt an unsere Sammelstelle (Adresse wird dann mitgeteilt) zurückgeschickt werden muß, um das Pfand zurück zu erhalten oder aber 15,00 Euro für eine natürlich neue Kaufbox, die der neue Besitzer dann behalten darf.
Wenn diese Punkte alle geklärt sind, der Vorbesuch aus unserer Sicht positiv war und auch die Vermittlungspauschale keine Hürde darstellt, wird ein Vertrag gemacht. Sollte die erwählte Katze bereits in Deutschland sein, wird die Schutzpauschale sofort fällig, denn wir würden dann einem zügigen Umzug nichts entgegensetzen. Allerdings sollte klar sein, dass wir keine vor-die-Haustür-Lieferung machen können, da muss schon ein Engagement zu Fahrtstrecken da sein seitens der neuen Katzenbesitzer.
Ist die Mieze noch in Spanien, checken wir die Möglichkeiten des nächstgelegenen Flughafens ab. Auch hierbei gilt allerdings: nicht jeder in der Nähe liegende Flughafen wird auch von Madrid aus angeflogen. Daher kann es ebenfalls sein, dass auch hier einmal eine weitere Strecke gefahren werden muss. Sobald wir einen fixen Flugtermin haben, wird auch die Pauschale fällig.
Wir setzen voraus, dass die neuen Besitzer selbständig alles weitere am Flughafen managen. Das hört sich jetzt erstmal kompliziert an, ist es aber nicht:
Vor dem Flug werden zwischen den Flugpaten, den Abholern und uns die Handy-Nummern ausgetauscht, so dass jeder einen Ansprechpartner hat, falls es z.B. zu Verzögerungen mit dem Flug kommt oder aber man sich am Flughafen verfehlt. Die Katzen checken ganz normal mit den Flugpaten aus und kommen am normalen Ausgang mit den Flugpaten heraus. Diese haben alle Papiere für die Tiere dabei. Wichtig ist, dass dann in der allgemeinen Aufregung nicht vergessen wird, diese zu übergeben. Da sollte man selber mit dran denken.
Ein wichtiger Hinweis zu den Flügen: immer wieder kann es vorkommen, dass diese verspätet sind oder auch einmal ganz gecancelt werden. Letztens hatten wir einen Fall, in dem die Flugpatin leider im falschen Gebäaude gewartet hat, dass unsere Tiere ihr übergeben werden. Das Handy musste sie bei Abflug aus einem Drittland im Koffer deponieren, so war sie auch nicht erreichbar. Die Fluggesellschaft hat sich sowohl den Angehörigen in Deutschland als auch unseren spanischen Kolleginnen gegenüber geweigert, die Dame auszurufen :( - so mußten die Tiere unverrichteter Dinge wieder zurück ins Tierheim und die neuen Familien in Deutschland waren natürlich alle sehr traurig. Aber solche Dinge, genau wie Wetter oder andere Verzögerungen, liegen nicht in unserer Hand, darum bitten wir um Verständnis, wenn dann kurz vor der Flughafenfahrt u.U. von uns ein Anruf kommt, dass die Katze nun leider doch nicht kommt. Es tut uns wirklich leid, wenn Sie dann extra Urlaub genommen haben oder halt auch ansonsten enttäuscht sind, aber hier haben wir keine Mitsprachemöglichkeit......
Ansonten gilt: Mit der Übergabe am Flughafen ist die Vermittlung dann abgeschlossen - aber nicht unsere Verantwortung! Bitte scheuen Sie sich nicht, sich bei Fragen oder Problemen an uns zu wenden. Wir freuen uns und erwarten immer freudig Fotos aus den neuen Zuhause und Berichte, die wir dann gern hier auf unserer Seite unter den Glückfellen veröffentlichen und vor allem unseren Spaniern zukommen lassen möchten. Für diese ist es das Größte, wenn sie sehen, wieder hat es eine ihrer Fellnäschen geschafft, sich ein schönes Zuhause zu sichern. Viele dieser Katzen sind in Spanien unvermittelbar und immer wieder erstaunt es die Kolleginnen dort, dass die dort hoffnungslosen Fälle in Deutschland wunderbare Zuhause gefunden haben. Und vor allem: es gibt jedem Einzelnen von uns Antrieb, unsere Arbeit weiter fort zu setzen.
Previous page: Projekt Todesfall-Katzen
Next page: Wir warten auf ein neues Zuhause